EINE ENTFÜHRUNG IM PARADIES
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KAPITEL 15 — DIE ENTDECKUNG DES SECHSTEN HIMMELS

Noch eine Zirgouille. Tonton Maxime hatte noch nie so viele in so kurzer Zeit ausgeführt. Er hatte seine Rückbewegung vollzogen… vom Nichts zurück ins Paradies. Die Reisenden hatten keine Zeit zu träumen – da waren sie bereits wieder draußen.

„Ich fürchte, sie will meine andere Halbmondhälfte für sich“, dachte Marilyn, als sie sich zufällig nach Henri umdrehte. Er hatte der wunderschönen schwarzen Frau gerade zum tausendsten Mal geantwortet. Schließlich hatte man ihr den Spitznamen „Fleur“ gegeben, weil man sie oft dorthin schickte, um zu spielen.

Marilyn wollte keine weitere Rivalin sehen. Überhaupt nicht. Sie wurde ein wenig eifersüchtig. Dabei gehörte dieses Gefühl eigentlich eher zur Hölle. Was sie jedoch am meisten beunruhigte, war, dass sie nicht mehr wusste, ob Henri tatsächlich für sie bestimmt war, ob er ihr wirklich versprochen war.

Sie hegte nun Zweifel. – Hatte sich Pelures geirrt? Sie hatte lange genug gewartet, um endlich glauben zu dürfen, dass sie friedlich im Paradies an der Seite ihres Gefährten spazieren könnte! Ihrer anderen Halbmondhälfte! Sie hatte vorgehabt, sich dank des Lulum mit ihm auszutauschen. War das am Ende nur eine Illusion, die sich bereits wieder verflüchtigte?

„Wie könnte ich ihr einen Vorwurf machen?“, dachte sie im Bewusstsein des Leids und des unbewussten Verlustes, den Fleur durchmachen musste. Hatte sie nicht selbst etwas Ähnliches erlebt?

– Übrigens sollten wir eine Lösung für Fleur finden. Wenn wir ihr nicht helfen, könnte sie am Ende noch in Schwierigkeiten geraten, sagte Marilyn und stellte sich vor, dass es auch ihre eigene Sicht auf Henri verändern könnte, wenn Fleur endlich wieder klarer sehen würde.

– Jetzt, wo Sie es erwähnen, Marilyn… wo ist sie eigentlich? Es kommt mir so vor, als hätte sie mich schon eine ganze Weile nicht mehr befragt, fügte Henri hinzu, während er mit Tonton Maxime neben der blonden Frau herging.

– Wir könnten doch die Dämonen, denen wir begegnen und die noch nicht gesegnet wurden, in den sechsten Himmel schicken? schlugen Rasputin und Calamity Jane vor, die sich ihnen angeschlossen hatten. Dort wären sie sicherlich besser aufgehoben als in der Hölle. Der sechste Himmel kann schließlich nicht so schlimm sein. Aber vielleicht sollten wir lieber beim ursprünglichen Plan bleiben.

– Der sechste Himmel?… Der sechste Himmel… das kommt mir bekannt vor. Ist das nicht eine uralte Legende, die jedes vernünftige Wesen im Paradies längst hätte vergessen sollen? Was sage ich?!… schon vor langer Zeit vergessen haben sollte, sagte Tonton Maxime, der gerade erschien.

– Das war doch nur ein Scherz! Ihr wisst genau, dass es so etwas gar nicht gibt, fügten Pelures und Guili-Guili hinzu, die angeflogen kamen und sich sofort ins Gespräch mischten. Wir hätten ihn dennoch gern gesehen, denn er hätte unsere ewige Neugier befriedigt, sowohl die meiner Frau als auch meine. Übrigens, wir haben euch einander noch gar nicht vorgestellt… Guili-Guili, das sind Marilyn Monroe, Henri Toutrec, Tonton Maxime und einige Halbmonde, deren Namen ich vergessen habe.

– Du, Tonton, weißt du etwas über diese Legende vom sechsten Himmel?

– Gerüchte, die diese Legende ergänzen, behaupten, es genüge, auf den Boden zu pusten, während man gräbt. Doch das ist nur jenen gewährt, die ein scharfes Verständnis für die Klauseln besitzen. Was sage ich?!… ein instinktives Verständnis für die Dinge.

– Ich habe es! rief Henri stolz und begann sofort zu pusten, während er den Boden aufkratzte, bis er schon bald etwas tiefer den sechsten Himmel entdeckte. Einer nach dem anderen beugten sie sich über das Loch und blickten hinab auf die darunterliegende ätherische Ebene, die ganz nah schien – nur etwa zwei Meter tiefer. Anschließend legten sie einen Stein darauf, um den Eingang zu versperren, aus Angst, Fleur könnte bei ihrer Rückkehr hineinfallen.

– Wie erstaunlich. Wir hätten niemals zu glauben gewagt, dass es so etwas gibt, sagte das Engelspaar.

Pelures hatte Henris instinktives Verständnis für die Dinge völlig aus dem Sinn verloren.

Sagt man nicht, dass jede Legende einen wahren Kern hat? „maximierte“ Tonton Maxime. Und nun gehen wir zu Phase zwei des Plans über. Was sage ich?!… zu Phase zwei. Und vielleicht lösen wir mit ein wenig Glück auch Fleurs Problem… Was sage ich?!… das Problem von Fleur.